"Sprache ist die Kleidung der Gedanken"

Aphasie (Sprachstörungen)

 

Photo: Pixabay
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Durch Sprache nehmen wir am gesellschaftlichen Leben teil. Der Mensch kann sich ausdrücken, andere verstehen, aufschreiben was ihn bewegt und durch Lesen Wissen vergrößern und seine Phantasie beflügeln. Eine Aphasie ist eine erworbene zentrale Sprachstörung, bei der eine Schädigung der Sprachregionen im Gehirn vorliegt. Das führt zu Beeinträchtigungen von Sprachleistungen wie die Sprachproduktion, Verstehen von Sprache, Lesen und Schreiben. 

 

Mehr Infos zu Aphasie: https://www.dbl-ev.de/logopaedie/stoerungen-bei-erwachsenen/stoerungsbereiche/sprache/aphasie/

 

Ursachen und Symptome

In der linken Hirnhälfte befinden sich fünf unterschiedlichen Regionen, in denen Sprache verarbeitet wird. Es bildet sich eine Aphasie (oder Dysphasie), wenn es zu einer Schädigung in diesen Regionen kommt. Ursachen können sein:  

  • Schlaganfall und Hirnblutung
  • Hirntumor
  • Entzündliche Prozesse
  • Verletzungen wie ein Schädel-Hirn-Trauma 
  • Vaskuläre oder progrediente Demenz (Kognitive Dysphasie genannt)

Symptome in der Spontansprache: 

  • Wortfindungsstörungen, die Satzabbrüche und Suchverhalten zur Folge haben ("da bin ich da.....ich.....")
  • Äußern von Paraphasien und Neologismen (Hal statt Hand, Krebs statt Fisch, Kurlaub statt Kur+Urlaub) bis hin zu Jargon (z.B. "ja das wird ein anderer Mitfahrer zum grauen war das äh ein Mitteiler zum euch also ein wirklich Blauer oh")
  • Perseverationen (an Wörtern kleben bleiben)
  • Sprachautomatismen ( sinnleere Äußerungen wie "degana")
  • Satzverschränkungen und Satzteilverdopplungen ("Verstehen Sie mich gut verstanden")
  • Ausweichende Floskeln

Mehr zu Symptomen: https://www.sprachtherapie-intensiv.de/meine-patienten/aphasie-2/

 

Photo: Pixabay
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Die Sprach-Therapie

 

 

Das Ziel der Aphasie-Therapie ist die Verbesserung der sprachlich-kommunikativen Fähigkeiten. Die Verminderung der aktiven Teilhabe am sozialen Leben soll verhindert werden. Eine berufliche Wiedereingliedern wird begleitet und soll ermöglicht werden.

 

 

Auf Basis der Diagnostik werden für jeden Patienten individuelle Therapieziele formuliert.

Um eine Verbesserung der Sprachfähigkeiten zu erreichen, wird je nach Störungen in unterschiedlichen Bereichen gearbeitet:

  • Hörverstehen (Auditives Sprachverständnis von Wörtern bis Text)
  • Sprache produzieren, Wörter finden (Übungen zur Wortbedeutung, -form-, struktur ) 
  • Fehlerhafte Sprache hemmen, bewusst machen und korrigieren, um sinnvolle Äußerungen wieder zu ermöglichen
  • Satzbildung (Grammatik, Syntax)
  • Texte verstehen und produzieren (Lesen/ Schreiben: Zeitung, Bücher, Zeitschriften, Briefe)
  • Umgang mit Buchstaben (Schreiben)
  • Kognitiv und visuell konstruktiv (Zahlen und Mengen erfassen, Rechnen, Uhr lesen)
  • Umgang mit Medien (Computer, Smartphone Telefon)
  • Kommunikationstraining (Sprechen in Alltags- und Berufssituationen üben, Videoreflexion)

Um sich dem Ziel zu nähern, werden wir mit vielen verschieden Materialien und Methoden üben. Ich nutze gerne u.a.: 

  • Neurolinguistisches Aphasietherapiematerial (NAT)
  • Fun-Therapie
  • Spiele wie "Wörterwald", TwinFit (PrologVerlag)
  • Bildkarten zu allen Kategorien, Wortklassen, Bildergeschichten
  • MODAK
  • Zeitschriften und Zeitungen aus dem Handel
  • Podcasts, Online Beiträge, Tagesschau
  • SMS, Mails verfassen, Telefonieren
  • Videoaufnahmen 

 

 

Dauer und Frequenz

Photo: Pixabay
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  •  1-3 mal wöchentlich sinnvoll je nach Phase und Ausprägung (Akutphase, Konsolidierungsphase, Chronische Phase) 
  • Intensivtherapie ist möglich (4-5 mal wöchentlich über 4 Wochen), um dann eine therapiefreie Zeit anzuschließen. Dafür habe ich begrenzte Kapazitäten und sie muss explizit von Ihrer ÄrztIn verordnet werden.