Artikulationsstörungen

Lautbildung ist ein echtes Kunststück aus wechselnder An- und Entspannung der Lippen-, Zungen-, Gaumensegel-, Kiefer- und Kehlkopfmuskeln. Artikulationsstörungen sind Abweichungen bei der Lautbildung und rein sprechmotorische Probleme. Die Aussprache klingt anders als das übliche Standardmuster des Lautes (unabhängig von der Sprache).

 

Tipp: Video zu Sprechbewegungen im live- MRT, Max-Planck- Institut

 

 

 Häufige Lautbildungsstörungen 

  • Sigmatismus, Schetismus, Chitismus (s/z/sch/ch). Der Luftstrom wird nicht mittig, sondern seitlich aus dem Mundes geführt oder mit Zunge zwischen den Zähnen gebildet, die Zungen- oder Lippenspannung ist zu gering, so dass Zischlaute unscharf, zu weich/ zu hart, genuschelt klingen. 
  • Näseln (Rhinophonie/- lalie). Eine gestörte Gaumensegelfunktion beeinflusst die Nasenresonanz , wodurch der Stimmklang und die Artikulation beeinträchtigt werden. Beim offenen Näseln entweicht durch die Nase zu viel Luft bei der Bildung von Sprachlauten. Beim geschlossenen Näseln entweicht keine Luft über den Nasenraum. Das wird besonders bei den Nasallauten m/n/ng deutlich. Die Aussprache klingt entweder rückverlagert, durch die Nase gesprochen oder wie verschnupft. Sie zeigt sich z.B. bei Lippen-Kiefer-Gaumensegelspalten.

Therapie der Artikulation

  • Sie lernen für die Zischlaute, die Zunge, Lippen und den Kiefer beim Sprechen richtig zu bewegen, so dass die Luft aus der Mitte des Mundes kommt. Beim Näseln wird die Funktion des Gaumensegels gefördert, so dass die Bildung der Laute ermöglicht wird und die Nasenresonanz angemessen klingt. Für die anderen Konsonanten üben wir, die Muskeln mit dem richtigen Maß anzuspannen und zu bewegen.
  • Um zwischen richtiger und fehlerhafter Lautbildung unterscheiden zu können, verbessern Sie Ihre auditiven higkeiten 

Die Behandlung

Sie dauert ca. 15-20 Einheiten, 1-2 mal wöchentlich. Je nach Anzahl der fehlerhaft gebildeten Laute und je nach Ausprägung der Störung, kann es auch länger dauern.