Mund-Kiefer-Funktionstherapie (MuKieFunk)

Myofunktionelle Therapie und cranio-mandibuläre Therapie

Ziele

Hauptaufgabe der Therapie ist, die physiologischen Bewegungsmuster beim Atmen, Schlucken, Kauen und Sprechen zu verändern und zu integrieren. Die Therapie holt die normale motorische Entwicklung nach und strebt an, die motorischen Leistungen der fazio-oralen (Gesicht und Mund) und mandibuläre Muskulatur (Kiefer) zu normalisieren und mit der gesamtkörperliche Motorik in Beziehung zu setzen.

Dafür muss an verschiedenen "Leistungen" gearbeitet werden:

  • Nasenatmung etablieren und einen Mundschluss erreichen
  • Zungenruhelage und Zungenposition beim Schlucken korrigieren
  • Tonusaufbau und-regulation des ganzen Körpers, Verbesserung der Körperaufrichtung und Kopfposition
  • Aufmerksamkeit und Eigenwahrnehmung für motorische Leistungen und Funktionen verbessern
  • Habits und Dyskinesien abbauen
  • Artikulationsstörungen beheben

Methoden

  • NAP-manuelle Therapie
  • Cranio Mandibuläres Concept ( nach G. Landewehr)
  • FMP-Funktionales Mundprogramm (nach P. Schuster i.A. Padovan)
  • Päpki (neuromotorisches Lernen)
  • Differenzielles lernen (nach W.Schoellhorn)
  • MFT (nach Kittel)
  • Sensorische Integrationstherapie mit meiner XXL-Schaukel

Motorische Abläufe wie Atmen, Sprechen, Kauen und Schlucken sind Bewegungsmuster, die fast wie eine Kettenreaktion funktionieren. Sie entwickeln sich im Laufe der motorischen Entwicklung und passen sich Veränderungen an. Gesteuert werden sie zentral, werden über viele periphere Hirnnerven und Muskelgruppen "ausgeführt" und über sensible Nerven und die Körperwahrnehmung ständig kontrolliert und nachjustiert. Auch der Mundschluss und damit verbundener Nasenatmung, sowie die Ruheposition der Zunge (Zungenruhelage), werden als Muster angesteuert und passt sich den Gegebenheiten an. 

Wird der Prozess der normale motorische Entwicklung gestört, werden die Bewegungsmuster unphysiologisch gelernt und falsch abgespeichert.

Symptome

  • Mundatmung und offene Mundhaltung, nachts schnarchen
  • Zungenruhelage ist unphysiologisch -  die Zunge liegt an oder zwischen den Zähnen, im Unterkiefer oder zwischen den Backenzähnen, Ragaden an den Zungenkanten (Eindellungen)
  • Ein falsches Schluckmuster - die Zunge rutscht an oder zwischen die Zähnen, die Zähne öffnen sich beim Schlucken
  • Dyskinesien und Habits (Nägelkauen, Lippenlecken, Wangen-, Zungenbeissen, Nuckeln u.a.)
  • Hypersalivation - vermehrter Speichel 
  • Schmatzen beim Kauen
  • Lispeln, interdentales Artikulieren

Dadurch ergeben sich vielfältige Störungen:

  • Ein verändertes Kiefer- und Zahnwachstum und ein falscher Biss - Über- und Unterbiss, offener Biss u.a. 
  • Schlaffe Gesichtsmuskulatur und wenig Mimik
  • Anatomische Veränderungen wie verkürzte Oberlippe, verdickte Unterlippe, schmale lange Zunge, hängende Augen u.a.
  • Kieferschmerzen und-knacken, Nacken- und Kopfschmerzen
  • Häufige Ohrenentzündungen, Erkältungsneigung durch reduziertes Immunsystem
  • Aufmerksamkeitsdefizite, Müdigkeit
  • Haltungs- und Bewegungsstörungen, Tonusregulationsstörungen