Was ist die Funktionale Stimmtherapie, Göttinger Konzept nach Kruse

Prof. Dr. Ebehard Kruse entwickelte am Georg-August-Universitätsklinikum Göttingen die Sicht auf den Kehlkopf als eine Doppelventilfunktion. Die Stimmlippen funktionieren beim Phonieren (Stimmgebung) einatemgesteuert (Unterdruckfunktion), die Taschenfalten ausatemgesteuert (Überdruckfunktion). Dadurch kommt es bei ungünstigem Stimmgebrauch zu einer Aktivitierung des Überdrucksystems, was auf Dauer zu einem unvollständigen Stimmlippenschluss führt. 

 

 Mehr zu Prof. Kruse, FST / FSR

https://rabine-institut.de/prof-dr-eberhard-kruse

https://logopaedie-bender-clausen.de/therapiekonzepte/schwerpunkt-stimmtherapie/

  • In der Therapie werden körperliche Zusammenhänge gezielt genutzt, um die ungünstige Kompensation abzubauen. Dies wird zum einen mit spezifischen Bewegungen wie z.B. Arme seitlich anheben, um die Einatmung zu forcieren, erreicht, die während den Stimmübungen ausgeführt werden. Dazu werden vorwiegend Vokalreihen getönt z.B. /oaoao/. Vokale erzeugen einen störungsfreie Stimmlippenschwingung und sind dadurch ein ideales Muskeltraining. Im weiteren Verlauf werden die Vokaleinstellungen auf Wörter und Sätze übertragen. 
  • Ziel der Therapie ist es, die in eine Dysbalance geratene Stimmfunktion wieder so zu entwickeln, dass sich die Schwingungs- und Schlussfähigkeit der Stimmlippen vollständig reguliert bzw. verbessert.
  • Körperbezogene Stimmarbeit ist immer Arbeit an der Körperhaltung, denn die Stimmfunktion ist in hohem Maße abhängig von der Art und Weise, wie wir uns körperlich halten und aufrichten. In der Verbindung von Stimmübungen mit gleichzeitiger Bewegungs- und Haltungsarbeit kann sich das Stimmgebungsmuster regulieren, entwickeln und durch Wiederholungen trainiert und stabilisiert werden.
  • Die Schulung der Selbstwahrnehmung ermöglicht ein bewusstes Ansteuern günstiger und effizienter  Körpereinstellungen beim Sprechen und Tönen.
  • Stimmarbeit bringt uns häufig auch in Kontakt mit eigenen Mustern, Gewohnheiten und  persönlichen Themen.

 Weitere Ansätze in meiner Stimmtherapie

  • ich arbeite nach der Idee des Differenziellen Lernens nach Prof.W. Schöllhorn wie es vom Stimmkonzept KaRo Voice umgesetzt wurde 

Differenzielles Lernen/Vortrag auf Youtube

https://www.youtube.com/watch?v=3RbJ7dtoVTw&t=25s 

 

Stimmtherapie nach dem N.A.P.-Ansatz 

https://www.renatahorst.de/kurse.php?q=manuelle-stimmtherapie

 


Inzwischen ist die  Körperarbeit nach der Funktionalen Stimmtherapie FST) mit stimm-unterstützenden Bewegungen und die manuelle N.A.P. Arbeitsweise in meinen Therapien eng miteinander verbunden.

Die "hands-on" Techniken folgen dem Prinzip, Muskeln wieder zu elastizitieren, in Bewegung zu bringen, Schutzmechanismen und festgefahrene Bewegungsmuster abzubauen. Die FST folgt der Idee, Muskelketten im Körper zu mobilisieren, um die unwillkürlichen, physiologischen Bewegungen der Stimmlippen zu stimulieren. 


Was ist das Göttinger Stimmrehabilitationkonzept

Im Rahmen eines Nachsorge (1993-1994) der deutschen Krebshilfe wurden in der Abteilung für Phoniatrie an der Uniklinik Göttingen organ- und funktionserhaltend operierte Patienten mit Kehlkopfkarzinom behandelt. Dabei wurde auf Grundlage der Funktionalen Stimmtherapie (Kruse) das therapeutische Vorgehen weiter differenziert und bezüglich der postrehabilitativen Besonderheitenein eigenes logopädisches Konzept von E. Bender-Clausen, Logopädin, entwickelt.

 

Mehr zur FSR: 

 https://logopaedie-bender-clausen.de/therapiekonzepte/funktionale-stimmrehabilitation/

  • Die Überdruckfunktion des Kehlkopfes (s.o.) wird hierbei genutzt, um trotz fehlenden oder teilresektierten Stimmlippen eine Stimmgebung zu ermöglichen. 
  • In einer intensiven Stimmtherapie werden die Körperstrukturen aktiviert, die im Kehlkopf die Strukturen ansprechen, die eine Ersatzphonation z.B. Taschenfaltenstimme herauszubilden.