Was ist die Funktionale Stimmtherapie, Göttinger Konzept nach Kruse

Prof. Dr. Ebehard Kruse entwickelte am Georg-August-Universitätsklinikum Göttingen die Sicht auf den Kehlkopf als eine Doppelventilfunktion. Mehr zu Prof. Kruse

In der Stimmtherapie bei Kindern steht die Selbstkontrolle der eigenen Stimmgebung nicht im Vordergrund. Bei Kindern ist das Körperlernen und intuitive  Ausprobieren sinnvoller. Neben der funktionellen Stimmarbeit wird mit Differenziellem Lernen und dem N.A.P.-Ansatz ganzkörperlich und spielerisch gearbeitet, um ungünstige Kompensationen abzubauen. 

  • In der Therapie werden körperliche Zusammenhänge gezielt genutzt, um die ungünstige Kompensation abzubauen. Dies wird zum einen mit spezifischen Bewegungen wie z.B. eine Windmühle mit den  Armen machen, erreicht, die während des Sprechens oder Singens ausgeführt werden. Dazu werden vorwiegend Vokalreihen getönt z.B. /oaoao/. Vokale erzeugen einen störungsfreie Stimmlippenschwingung und sind dadurch ein ideales Muskeltraining. Im weiteren Verlauf werden die Vokaleinstellungen auf Wörter und Sätze übertragen. 
  • Ziel der Therapie ist es, die in eine Dysbalance geratene Stimmfunktion wieder so zu entwickeln, dass sich die Schwingungs- und Schlussfähigkeit der Stimmlippen vollständig reguliert bzw. verbessert. 
  • Körperbezogene Stimmarbeit ist immer Arbeit an der Körperspannung, denn die Stimmfunktion ist in hohem Maße abhängig von der Art und Weise, wie wir uns körperlich bewegen und aufrichten. 
  • In einem kindlich angepassten Setting, arbeiten wir auch an der Selbstwahrnehmung.

Konkrete Therapieinhalte 

  • Wir sprechen und singen Vokale, Wörter und Texte (Sprechtechnik)
  • Wir summen, singen und tönen damit diese gut schließen. Mit einem guten Stimmlippenschluss wird man nicht mehr heiser.
  • Du hörst dem Klang deiner Stimme zu und lernst zu beurteilen, wann sie gut klingt. Du kannst lernen zu fühlen, wann sie unangestrengt ist und wie mann das auch im freien Sprechen beibehalten kann.
  • Durch gezielte und spielerische Atemübungen (Pusten, rhythmisches Atmen, Prusten, Seufzen) lernt man die Atem- und Haltemuskeln gezielt einzusetzen, zu stärken und dann im Sprechen zu automatisieren. Wir setzen den LaxVox Schlauch® ein, um ein gutes Feedback über die Atem-Stimmkoordination zu bekommen.
  • Über Entspannungsübungen lernst du, dich selbst zu regulieren und auch in schwierigen Situationen, stimmlich die Nerven zu behalten. 
  • Mit den Händen (N.A.P. Ansatz/ manuell) behandle ich Spannungsbereiche, die eine freie Stimmgebung erschweren, z.B. Muskeln des Kehlkopfes und Zungenbein, des Kiefers und des Gesichts, des Nacken und des Zwerchfells.

 

 Weitere Ansätze in meiner Stimmtherapie

  • Ich arbeite nach der Idee des Differenziellen Lernens nach Prof.W. Schöllhorn wie es vom Stimmkonzept KaRo Voice umgesetzt wurde