Poltern ist eine Redeflussstörung, deren Diagnose bis heute nicht einheitlich definiert ist. Die Forschungslage ist noch begrenzt-es gibt bislang nur wenig gesicherte Evidenz. Umso wichtiger ist ein geschulter Blick auf individuelle Symptome, denn Poltern zeigt sich bei jeder Person unterschiedlich.
Wie äußert sich Poltern?
Diese Merkmale können auch beim Lesen und Schreiben auftreten.
Selbstwahrnehmung beim Poltern
Typisch beim Poltern ist, dass Betroffene ihre eigenen Sprechsymptome nicht zuverlässig wahrnehmen. Häufig wird erst durch die Reaktion des Umfelds deutlich, dass das Gesagte schwer verständlich oder zu schnell war.
Das bedeutet: Poltern ist keine "Gewohnheit" und keine Frage von Motivation - es ist eine neurogene Störung des Sprechens, zeigt eine verminderte Automatisierung der Sprache im Verlauf des Spracherwerbs, das Self-Monitoring (Korrekturmöglichkeiten durch Selbstwahrnehmung) zeigt sich störanfällig und dysexekutive Funktionen (Planung, Struktur, Entscheidungsfindung, Impulssteuerung) sind nicht ausreichend entwickelt.
Ob ein Poltern besteht, kann häufig erst im jugendlichen Alter, z.T. auch später diagnostiziert werden. Poltern kann auch erst bei bestimmten Anforderungen zum Problem werden.
Schwerpunkte der Therapie
Alter für diese Therapie erfahrungsgemäß frühestens in der Pubertät.